Die Geschichte des Ringens

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Die männliche Zweikampfsportart Ringen ist vermutlich über 5000 Jahre alt. Wandmalereien aus Oberägypten aus dem Jahre 2000 v. Chr. zeigen bereits verschiedene Bewegungsabläufe und Griffe, die eine hohe Technik dieses Sports verraten.

Über Griechenland nahm der Ringkampfsport über Italien und Frankreich seinen Lauf, wo er von den Kelten schließlich in ganz Europa verbreitet und schlussendlichen von den Germanen aufgenommen wurde.

Um 1850 entwickelten die Vorläufer der heutigen Ringkämpfer, britische und französische Kraftmenschen, die ersten technischen Bewegungsabläufe im Standringkampf. 1879 wurde in Hamburg der Wandsbeker Athleten-Club gebildet, wahrscheinlich der älteste Ringerverein in Deutschland.

 
( Carl Abs )

Mit ein Wegbereiter der modernen Schwerathletik war der Zimmermann Karl Abs (1851 bis 1895). Auf Zureden seiner Freunde ließ er sich auf einen Ringkampf mit dem damals weithin bekannten „Eisernen Wilhelm“ ein, einer Attraktion der Hansastadt Hamburg. Dieser rief von seiner Schaubude aus starke Männer dazu auf, sich  mit ihm zu messen, wobei bei einem Sieg dem Glücklichen eine entsprechend hohe Geldprämie winkte. Nun scheiterte der „Eiserne Wilhelm“ allein an der Kraft von Carl Abs, welcher ihm schlicht und ergreifend die Hände festhielt, bis die vereinbarte Kampfzeit von 10 Minuten abgelaufen war. In der Folge gab Carl Abs seinen Beruf auf und und widmete sich vollends dem Ringen und Gewichtheben.  1885 gelang ihm in New York die inoffizielle Weltmeisterschaft durch einen Sieg über den Amerikaner William Muldoon. Abs´ Popularität weckte eine große Ringer-begeisterung in Europa.

Das wachsende Interesse und die Popularität führten schließlich zur Gründung des Deutschen Athleten-Verbandes am 9. Juni 1891 in Duisburg. Hierauf lösten sich die meisten der Schwerathleten aus den Turnvereinen und wandten sich den neu gegründeten Ringer- und Stemmerklubs zu. Auf diese Weise begann die Amateurisierung der Schwerathletik.

Schon 1893 zählte der DAV 53 Vereine mit 1350 Mitgliedern. Der Turner Carl Schuhmann (1869 bis 1946) wurde 1896 in Athen der erste Olympiasieger im Ringen. Der gebürtige Kölner war eine Doppelbegabung, weil er auch im Turnen zur Weltklasse gehörte.

( Carl Schuhmann )

Am 24.April 1911 läutete der Allgemeine Deutsche Athletenkongress in Stuttgart die Gründung des Deutschen Reichsverbandes für Athletik ein. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden neue Wettkampfregeln festgelegt (Kampf bis zur Entscheidung) und Amateurbestimmungen durchgesetzt.

Am 8. August 1919 taufte sich der DAV in Deutscher Athleten-Sportverband 1891 (DASV) um. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte der Deutsche Athleten-Bund (DAB) die Tradition seiner Vorgänger fort. Aufgrund internationaler Vorbilder trennten sich 1969 in Bremen Ringer, Gewichtheber, Kunstkraftsportler und Rasenkraftsportler und lösten den DAB auf, was 1970 zur Gründung des Deutschen Ringerbundes (DRB) führte. Nach dem 2.Weltkrieg fiel der Ringkampfsport in Deutschland in ein großes Loch. Das soziale Ansehen in Deutschland wurde allmählich wieder durch einige charismatische Sportler, wie beispielsweise Wilfried Dietrich, Adolf Seger und Martin Knosp,  aufpoliert.

 

Zu neuer Blüte kam der Ringersport in der Bundesrepublik Deutschland in den achtziger Jahren, als die Kämpfe der Ringerbundesliga die Hallen füllten und deutsche Ringer durch ihre Erfolge international von sich reden machten. Auch im Ringkampfsport wirkte sich das Bosmanurteil von 1994 geradezu schicksalhaft aus. Das Urteil erlaubte den praktisch unbegrenzten Einsatz von Nichtdeutschen in den Bundesligastaffeln. Mehr und mehr wurde auf junge deutsche Kräfte verzichtet. Aufgrund fehlender Identifikation sank das Zuschauerinteresse merklich, zeitgleich das Interesse des Fernsehens. Da jungen deutschen Sportlern die Einsatzmöglichkeiten in der obersten Liga fehlten, wurden als logische Konsequenz internationale Erfolge  selten. Zwischenzeitlich hat man auf der Ebene des nationalen Verbandes diese negative Entwicklung erkannt und Regeländerungen, was den Pflichteinsatz deutscher Athleten betrifft, gefasst. Das ist ein Anfang, um den Ringkampfsport in der Bundesrepublik Deutschland, ebenso traditions- wie auch ruhmreich, zu retten.


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